Fragwürdiger Vergleich
In der Süddeutschen werden schon wieder Äpfel mit Birnen verglichen, wenn man den massenhaften illegen Nachdruck (oder eBook-Download) mit dem literarischen Kopieren von Wörtern gleichsetzt.
Ist der Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums sprechen sich “Schriftsteller gegen Plagiate” aus und verfehlen damit mal wieder die eigentliche Debatte. Wahrscheinlich hat ihnen ihr Verleger das in den Kopf gesetzt und mal wieder mag ich nur sagen, dass die Leute doch bitte ihren Bosse lesen sollen!
“Feridun Zaimoglu über Hegemann” auf sueddeutsche
Ein Interview mit grandiosem Unterhaltungswert. Hier nur ein paar Kracher vorab:
- “Das geistige Eigentum ist nicht Verhandlungsmasse von entfesselten Kleinbürgern.”
- “Wir sind hier in der Literatur, und das ist kein Affenzirkus, wir hören hier nicht Kirmespop.”
- “Dieser ganze Blödsinn mit Sample und Pop -da kann ich nur sagen: Je höher das Äffchen steigt, desto mehr es sein Ärschlein zeigt.”
Über das Theater sagt er dann allerdings:
Theater ist ein anderes Medium, Wort ist Wort, aber Schauspiel besteht aus viel mehr als nur der Magie des Wortes, für die wir zuständig sind.
und spätestens ab hier macht sich Herr Zaimoglu lächerlich. Das ganze toppt er nur damit, dass er keinen Computer hat oder verwendet, mit der Begründung:
Ich habe es mit dem Computer versucht, und ich wurde geschwätzig.
Das “Plagiatplagiat” von Durs Grünbein
Durs Grünbein meldet sich in der FAZ nun auch über “Axolotl Roadkill” zu Wort. Auf seine ganze eigene Art und Weise… oder doch nicht?
(via: schockwellenreiter)
Plagiatsdebatte: Die Leihen des jungen W.
Auch du, Goethe: Erfolgreiche Jugendliteratur war schon immer ein bisschen abgeschrieben.
„Mein Werk ist das eines Kollektivwesens, und es trägt den Namen Goethe.“ Dieser Satz ist ein Hammer, zumal er nicht gestern, sondern 1832 geäußert wurde und von einem damals 82-jährigen Autor stammt, der Weltliteratur schrieb. Blickt man mit diesem Satz auf sein meistgelesenes Buch, enthüllt sich schlagartig die ganze Absurdität der aktuellen Plagiatsdebatte um Helene Hegemanns Roman „Axolotl Roadkill“ … — tagesspiegel
(via @derfreitag)
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