Staatskulturminister

Copyright-Chaos verwirrt Konsumenten

Posted in Autorschaft, Gesellschaft, Kulturindustire, Kulturpraxis by bernd on Februar 25, 2010

Britische Verbraucherschützer: Urheberrecht veraltet

Bestehende Urheberrechtsgesetze verwirren Konsumenten. Viele wissen nicht mehr genau, was digital bzw. online „erlaubt“ ist und was nicht. Zu diesem Schluss kommt die britische Verbraucherorganisation Consumer Focus nach einer aktuellen Befragung. Darüber hinaus kritisieren die Konsumentenschützer, dass die geltenden Bestimmungen veraltet seien. Millionen von Menschen wüssten nicht einmal, dass sie das Gesetz brechen. [presetext.de]

Später im Text meldet sich natürlich auch die GVU zu Wort

Chrisitine Ehlers (Sprecherin der GVU): „Das grundlegende Ansinnen des Urheberrechts liegt unter anderem darin, den Kreativen die wirtschaftliche Auswertung ihrer Leistung zu ermöglichen. Nicht zuletzt im Interesse des kulturellen und wirtschaftlichen Wachstums muss dies auch dann gelten, wenn durch technologische Entwicklungen eine Ausbeutung dieser Menschen droht und vorangetrieben wird“

Wieder einmal werden Wörter in Verbindung gebracht, die nicht so recht zusammen gehören. Das angloamerikanische Copyright ist etwas anderes als das dt. Urheberrecht. Beide entstanden in einem völlig anderen wirtschaftlichen und poltischen Kontext, obwohl sie beide nur die juristische Umsetzung von wirtschaftlichen Interessen und Konflikten waren.

Das Urheberrecht lehne ich aus theoretischen Gründen daher grundlegend ab. Weder sehe ich die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen der Kreativen, noch deren daraus resultierenden Schutz, sondern viel mehr die Ausbeutung durch Rechteverwerter. Ganz davon abgesehen, dass sich der Wert der „Arbeit, die keinem gehört“ seit der Goethezeit mehrfach gewandelt hat. Der Konsument ist nicht erst seit dem Tonbandgerät in der Lage technische Kopien anzufertigen und spätestens mit der Einführung der digitalen Kopie sind diese verlustfrei. „Autorschaft ist Werkherschaft“ (Heinrich Bosse) erzählt hier zu sehr umfassend die Geschichte „Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit“. Auch heute noch erzeugen Rechteverwerter künstliche Knappheiten um den Markt zu regulieren, die Musikcharts und im allgemeinen fast die gesamte Musikindustrie sind dafür ein ideales Beispiel. Von ihrer manipulativen Meinungsmache und Vermaktung des Starkultus mag ich erst garnicht anfangen.

(via schockwellenreiter)

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niiu — mehr als nur Internet auf totem Holz?

Posted in Gesellschaft, Kommentar, Netzwerke by bernd on Februar 24, 2010

Spon berichtet über 2 Jungunternehmen mit der revolutionären Geschäftsidee für das „klassische“ Zeitungsgeschäft. Das Startup niiu produziert und liefert jedem Leser seine ganz individuelle Zeitung nach Hause. Der Leser entscheidet aus welchen Bereichen er von welcher anderen Zeitung Artikel lesen möchte. Wer will, auch seine persönliche Facebook-Timeline.

Zur Gewinnschöpfung für Verlagshäuser und Redakteure wahrscheinlich revolutionär, aber nicht in seiner Beschaffenheit. Wir alle nutzen seit längerem RSS oder Atom-Feeds in einem Feedreader, oder Microblogging-Clients die nicht nur unsere Twitter-Accouns verwalten sondern gleich noch mit Facebook, Myspace, … verbunden sind. Wir filtern uns bereits selber. Wir klicken uns den ganzen Tag durch den nicht enden wollenden Fluss an Inforamtionen um schlußendlich von einer wirklich relevanten Meldung gefunden zu werden. Vorallem haben wir die Möglichkeit darauf reagieren zu können. Kommentare, RT, Trackback und andere Aktionen die die Informationen weiter in sich vernetzen und somit die Relevanz für ein soziales Netz bestimmbar wird.

Bei niiu fehlt davon aber bereits ein großer Teil. So richtig kann man dann doch nicht darauf verzichten den ganzen Tag Twitter zu lesen oder zu ignorieren.

Für den Prenzlauer Berg jedenfalls scheint es geeignet zu sein, ich hingegen vermag (noch) nicht erkennen wo der Mehrwert liegt, für den ich bezahlen würde.

Mehr zum Thema:

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Posted in (no)comment by bernd on Februar 24, 2010

Raubphotograpfiert von http://gravenreuth.de/

\o/

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Apple, Bild, Titten und Disneyland

Posted in Kulturindustire by bernd on Februar 24, 2010

Der Axel Springer Verlag beschwert sich jetzt über Apples „Zensur“ von erotischen Inhalten. Die Beschwerden sind nur meines Erachtens nicht wirklich gerechtfertigt.
Zum einen ist das iPhone Apples Plattform. Sie können damit so ziemlich alles machen, wie sie lieb und lustig sind. Nintendo macht das mit Spielen für ihre Konsolen ähnlich (oder hat es zumindest früher so gehandhabt). Und da hat sich bis jetzt noch niemand so richtig beschwert. Das CRE089 über Computerspiele erzählt u.a. etwas darüber.
Zum anderen, jeder der für Apples Plattform Inhalte bereitstellen möchte, passt sich nun entweder deren Vertragsbedingungen an oder eben nicht. Woher kommt der Gedanke sie hätten ein „Recht“ darauf Apple als Vertriebsplattform zu nutzen?

Das sage ich aber keinesfalls zur Verteidigung von Apple. Ganz im Gegenteil. Ihre Argoganz gegenüber den User und die Art und Weise wie sie den User Schritt für Schritt zu einem unmündigen digitalen Analphabeten mutieren lassen erschreckt mich jeden Tag aufs neue.

So oder so stehen Titten (vorallem so wie bei Bild auf Seite EINS) für mich keinesfalls für „readaktionelle Artikel“ oder „qualitäts-journalistische Inhalte“. Und niemand von den Kritikern würde Titten im Disneyland Paris erwarten oder wünschen und seinen Kindern präsentieren. Also warum wird auf der einen Seite ein „familienfreundliches Internet“ gefordert und auf der anderen Seite wünscht man sich für die „gute Familienunterhaltung“ die Brüste von kleinen Mädchen, die damit Mutti glücklich machen.

Jedenfalls würde ich weder Apple, Disney noch Bild vermissen.

Update:

Das „Plagiatplagiat“ von Durs Grünbein

Posted in Autorschaft, Kulturindustire by bernd on Februar 23, 2010

Durs Grünbein meldet sich in der FAZ nun auch über „Axolotl Roadkill“ zu Wort. Auf seine ganze eigene Art und Weise… oder doch nicht?

(via: schockwellenreiter)

Stefan Niggemeier: „Das Elend der Debatte um ARD und ZDF“

Posted in Kulturindustire by bernd on Februar 23, 2010

Es ist wie ein schlimmer Tinnitus. Ein nerviges Klingeln, das nie wieder aufhört. Seit Monaten läuten Verleger und Privatsender ununterbrochen irgendwelche Alarmglocken. Jeden Tag beschwert sich irgendein Lobbyist wieder lautstark über irgendeine Ungerechtigkeit, beklagt irgendeine Ungeheuerlichkeit, kündigt Eingaben, Klagen, Proteste an. Und jedesmal steht damit alles auf dem Spiel: Die Existenz von tausenden Arbeitsplätzen. Die Zukunft des Journalismus. Die Grundlage unserer Medienordnung. Das Funktionieren der Demokratie. weiter lesen

Download-Link via Post

Posted in Kommentar by bernd on Februar 21, 2010

Bitte beachten Sie:
Den Download-Link zum PDF erhalten Sie per Rechnung, die Ihnen auf dem Postweg zugestellt wird. Dieser Vorgang dauert in der Regel 3 bis 4 Werktage.

Nein nicht per eMail! Ganz klassisch via Snailmail. Da hat mal wieder jemand das mit dem Internet noch nicht so ganz verstanden. Die Krönung des ganzen dabei ist eignetlich deren Logo:

(via @ognibeni)

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WirtschaftsWoche über kino.to

Posted in Kulturindustire, Netzwerke by bernd on Februar 21, 2010

Erfolglose Jagd auf die deutschen Raubkopierkönige

Seit Monaten verfolgen Filmbranche und Staatsanwälte Kino.to, das größte deutschsprachige Raubkopie-Portal im Internet. Aber der Erfolg will sich nicht einstellen. Die Fahnder verlieren sich zwischen Irland, Spanien, Russland und der Pazifikinsel Tonga.

Zusätzlich sollte man auch den Szene-Report Dezember 2009 lesen um den Unterschied zwischen Scene, Public Filesharing und On-Click-Hoster zu verstehen.

Helene Hegemann und der Remix

Posted in Kulturpraxis by bernd on Februar 21, 2010

Helene Hegemann und der Remix (Hertener Allgemeine)

Heute ist das Kopieren und Bearbeiten jedoch einfacher denn je. «Im Internet entsteht eine virtuelle, multimediale, globale Gesamt-Bibliothek», sagt Grassmuck, […]. Immer mehr Texte, Bilder und Videos sind nur noch einen Klick entfernt. Und dank dem Computer als Universal-Werkzeug könne jeder Laie am Schreibtisch Texte, Musik und Videos erstellen ­ oder eben herunterladen und bearbeiten. Dafür hat sich ein Begriff etabliert, […]: Remix.

Germany’s Next Autoren-Topmodel

Posted in Autorschaft, Kulturindustire by bernd on Februar 21, 2010

Plagiatsfall Helene Hegemann — Germany’s Next Autoren-Topmodel (FAZ)

Oder ob wir hier einfach nur eine teils zusammengeklaute, teil selbst hervorgebrachte Phantasie lesen, die gar kein Individuum zum Autor hat, sondern das Kulturestablishment selber, das sich so ein Wunderkind vorstellt und einer solchen Phantasie eventuell sogar ein tatsächliches Kind zum Opfer bringt.

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