Staatskulturminister

Warum Menschen das Internet ausdrucken

Posted in (no)comment, Kulturpraxis by bernd on Mai 10, 2010

Marshall McLuhan in „Die magischen Kanäle. Understanding Media.“, Kapitel 18 „Das gedruckte Wort“

Auch der Buchdruck machte seine Periode des »pferdelosen Wagens« durch, in der er während der ersten Jahrzehnte falsch verstanden und angewendet wurde. Damals war es nichts Ungewöhnliches, daß jemand, der ein gedrucktes Buch gekauft hatte, es zu einem Schreiber brachte, um es abschreiben und bebildern zu lassen.

Es liegt anscheinend einfach in der Natur des Mediums.

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„Wer nicht kopiert, der nicht studiert!“

Posted in (no)comment, Kulturpraxis by bernd on April 28, 2010

Hat man angeblich früher immer gesagt… Naja ich hab mir gestern auch den Christoph Türcke komplett gescannt. Kostet ja nix. Ja 100 Mb oder so. Und weiter gehts mit den Fragmenten. Basti vom Freifunk kommentierte zum Monatsgesamtvolumen des Maschinenraums, der mal wieder im Uni-Schnitt ganz vorne liegt:

Am liebsten hoeren die Herren vom Rechenzentrum was von Forschung und Lehre, daher tragt kurz eure  universitaeren (Video-)projekte zusammen, schreibt kurz ne email zurueck. Ein ordentlicher Student laedt sich mindestens einmal am Tag ne DVD runter, also unter 250 Gig/Monat geht da nix.

Das ist wie ueberall in der Verwaltung: die Ausgaben (=Traffic) kontinuierlich hoch halten, sonst wird das Budget gekuerzt.

Aber mal ehrlich… Warum sonst gibt es TeraByte-Platten und wie sollte man die voll machen? Traffic kostet doch auch nix. Und is ja eh DFN, bezahlt also der brave Steuerzahle und irgendwo auch Bernd mit seinem Semesterbeitrag…

Uh btw: das DE-CIX kann jetzt um 1 TeraBit/s und ist gestern 15 Jahre alt geworden. Na das muss doch gefeiert werden… 😉

Posted in Gesellschaft, Kulturpraxis, Netzwerke by bernd on April 27, 2010

In the past you were what you owned… Now you are what you share!

[via: bkb]

Bushido und die Raubkopie

Posted in Kulturindustire, Kulturpraxis by bernd on März 23, 2010

Unser aller liebster Gangster-Rapper, der  quasi noch bei Mutti im Familienreihenhaus wohnt bekommt was er verdient. Nicht, dass das Urteil gerechtfertigt sei, aber er wollte ja auf dem Niveau mit den anderen Kindern spielen und das hat er nun davon. Bushido ist ja nicht nur dafür bekannt kleinen Kindern, für seine Platten, das Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern auch Rentern wegen „Raubkopiererei“. Daher grins ich grad nicht nur still und heimlich vor mich hin, dass er wegen Sampling von einer franz. Gothic-Band verklagt wurde.

Das Sampling bei HipHop Rap Sprachgesang Musik zum guten Ton hört, sollte jeden ambitionierten Hörer klar sein.

Kinderzimmer Produktions – Im Auftrag ewiger Jugend und Glückseeligkeit – 01 – Intro

Wir arkordern (?) jetzt der selbe Dreck, und an dieser Stelle fällt jetzt auch ein Sample weg, gebrannte Kinder suchen Feuer, kriegens auf die Finger, werden zwar nicht stranguliert doch der Beat ist masakriert. Denn an dieser Stelle stand ein Sample von Kate Bush(?) … und der war ein Muss, doch der fehlt. Und die Wirkung sagt mir, dass sie jetzt dann flöten geht. Hätten wir das Geld, könnten wir den Sample lassen und so müssen wir Kassetten davon machen. Samplen sei Diebstahl? Vielleicht schön… Dann hör doch mal die Time after Time Cover-Version von U96. Andere Titel ganz legal, er kassiert die Kohle man, dass ist Diebstahl. Egal. Wir stellen hier auf Stur und akzeptieren weder Geld noch Urheberrechte als Zensur.

Das Spiel könnten wir mit D&B, Dupstep, Techno und allen anderen elektronischen Abarten weiter spielen, aber wem erzähl ich das eigentlich…

Fragwürdiger Vergleich

Posted in Autorschaft, Kulturindustire, Kulturpraxis by bernd on März 17, 2010

In der Süddeutschen werden schon wieder Äpfel mit Birnen verglichen, wenn man den massenhaften illegen Nachdruck (oder eBook-Download) mit dem literarischen Kopieren von Wörtern gleichsetzt.

Ist der Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums sprechen sich „Schriftsteller gegen Plagiate“ aus und verfehlen damit mal wieder die eigentliche Debatte. Wahrscheinlich hat ihnen ihr Verleger das in den Kopf gesetzt und mal wieder mag ich nur sagen, dass die Leute doch bitte ihren Bosse lesen sollen!

LAZERTIS — THE REVOLUTION WILL NOT BE TELEVISED

Posted in Kulturpraxis by bernd on März 15, 2010

BUT IT SURE IS ALL OVER THE INTERNET!

Heißt das jetzt das die Revolution (nicht die Revolutionierung) eines Medium sich nie in diesem,  sondern in einem ganz anderem stattfinden wird? Lazertits jedenfalls hat es in unter einer Woche bereits zu beachtlichen Ruhm gebracht. Bereits über 100.000 Besucher aus 162 Ländern!

(via: lazertits.com)

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Rule #34

Posted in Gesellschaft, Kulturpraxis, Kunst, Netzwerke by bernd on März 14, 2010

BABIES WITH LAZER EYES! - Don’t cross the lasers.

LAZERTITS - rise and shine!!!

LAZERTITS - rise and shine!!!

Erst vor ein paar Tagen habe ich Babies with Lazer Eyes! entdeckt und gestern dann gesehen das es (erst seit 6 Tagen) auch Lazertits gibt. Warum das so ist erklärt uns die »Rule 34 of the Internet«.

Rule 34: If you can imagine it, there is porn of it. And if there is not, you have to do it.

Ebenfalls lesenwert ist der Eintrag im Urban Dictonary und in der encyclopedia dramatica.

Music Pirates in Canada (1897)

Posted in Autorschaft, Gesellschaft, Kulturindustire, Kulturpraxis, Kunst, Urheber by bernd on März 14, 2010

June 13, 1897 NYTimes (.pdf ohne ocr)

American Publishers say they are Suffering by Copyright Violations
There-Steps Taken for Redress.

“Canadian pirates” is what the music dealers call publishing houses across the line who are flooding this country, they say, with spurious editions of the latest copyrighted popular songs. They use the mails to reach purchasers, so members of the American Music Publishers‘ Association assert, and as a result the legitimate music publishing business of the United States has fallen off 50 per cent, in the past twelve months. Their investigation has revealed that all of the most popular pieces have been counterfeited, despite the fact that they are copyrighted, and by unknown publishers are sold at from 2 cents to 5 cents per copy. though the original compositions sell at from 20 to 40 cents per copy.

It is estimated by the publishers that fully 5,000,000 copies of songs were printed and Bold in the month of May.

T. B. Harms, the music publisher, said yesterday that the American publishers had held a conference lasting three days last week, and a committee had been appointed to fight the pirates. This committee consists of Isidore Witmark, T. B. Harms, and H. W. Gray.

It was explained that the business is worked in Canada in connection with newspapers which publish lists of music to be sold at, say, 10 cents a copy. The Post Office box given belongs to the newspaper, and it takes half of all the money sent as pay for the advertising, and the other half goes to the “pirate,” who sends the music by mail.

If the Post Office authorities stop such mail matter because it infringes the copyright law, it is returned to the publisher, after thirty days, under our law, and the only one who is out is the person who sends the 10 cents. The Canadian law is less lenient, as it provides for the destruction of contraband matter sent over the line by American violators of copyright law.

(via: perceptric > homepagedaily)

„Feridun Zaimoglu über Hegemann“ auf sueddeutsche

Posted in Autorschaft, Kulturpraxis by bernd on März 13, 2010

Ein Interview mit grandiosem Unterhaltungswert. Hier nur ein paar Kracher vorab:

  • „Das geistige Eigentum ist nicht Verhandlungsmasse von entfesselten Kleinbürgern.“
  • „Wir sind hier in der Literatur, und das ist kein Affenzirkus, wir hören hier nicht Kirmespop.“
  • „Dieser ganze Blödsinn mit Sample und Pop -da kann ich nur sagen: Je höher das Äffchen steigt, desto mehr es sein Ärschlein zeigt.“

Über das Theater sagt er dann allerdings:

Theater ist ein anderes Medium, Wort ist Wort, aber Schauspiel besteht aus viel mehr als nur der Magie des Wortes, für die wir zuständig sind.

und spätestens ab hier macht sich Herr Zaimoglu lächerlich. Das ganze toppt er nur damit, dass er keinen Computer hat oder verwendet, mit der Begründung:

Ich habe es mit dem Computer versucht, und ich wurde geschwätzig.

Copyright-Chaos verwirrt Konsumenten

Posted in Autorschaft, Gesellschaft, Kulturindustire, Kulturpraxis by bernd on Februar 25, 2010

Britische Verbraucherschützer: Urheberrecht veraltet

Bestehende Urheberrechtsgesetze verwirren Konsumenten. Viele wissen nicht mehr genau, was digital bzw. online „erlaubt“ ist und was nicht. Zu diesem Schluss kommt die britische Verbraucherorganisation Consumer Focus nach einer aktuellen Befragung. Darüber hinaus kritisieren die Konsumentenschützer, dass die geltenden Bestimmungen veraltet seien. Millionen von Menschen wüssten nicht einmal, dass sie das Gesetz brechen. [presetext.de]

Später im Text meldet sich natürlich auch die GVU zu Wort

Chrisitine Ehlers (Sprecherin der GVU): „Das grundlegende Ansinnen des Urheberrechts liegt unter anderem darin, den Kreativen die wirtschaftliche Auswertung ihrer Leistung zu ermöglichen. Nicht zuletzt im Interesse des kulturellen und wirtschaftlichen Wachstums muss dies auch dann gelten, wenn durch technologische Entwicklungen eine Ausbeutung dieser Menschen droht und vorangetrieben wird“

Wieder einmal werden Wörter in Verbindung gebracht, die nicht so recht zusammen gehören. Das angloamerikanische Copyright ist etwas anderes als das dt. Urheberrecht. Beide entstanden in einem völlig anderen wirtschaftlichen und poltischen Kontext, obwohl sie beide nur die juristische Umsetzung von wirtschaftlichen Interessen und Konflikten waren.

Das Urheberrecht lehne ich aus theoretischen Gründen daher grundlegend ab. Weder sehe ich die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen der Kreativen, noch deren daraus resultierenden Schutz, sondern viel mehr die Ausbeutung durch Rechteverwerter. Ganz davon abgesehen, dass sich der Wert der „Arbeit, die keinem gehört“ seit der Goethezeit mehrfach gewandelt hat. Der Konsument ist nicht erst seit dem Tonbandgerät in der Lage technische Kopien anzufertigen und spätestens mit der Einführung der digitalen Kopie sind diese verlustfrei. „Autorschaft ist Werkherschaft“ (Heinrich Bosse) erzählt hier zu sehr umfassend die Geschichte „Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit“. Auch heute noch erzeugen Rechteverwerter künstliche Knappheiten um den Markt zu regulieren, die Musikcharts und im allgemeinen fast die gesamte Musikindustrie sind dafür ein ideales Beispiel. Von ihrer manipulativen Meinungsmache und Vermaktung des Starkultus mag ich erst garnicht anfangen.

(via schockwellenreiter)