Staatskulturminister

Helene Hegemann und der Remix

Posted in Kulturpraxis by bernd on Februar 21, 2010

Helene Hegemann und der Remix (Hertener Allgemeine)

Heute ist das Kopieren und Bearbeiten jedoch einfacher denn je. «Im Internet entsteht eine virtuelle, multimediale, globale Gesamt-Bibliothek», sagt Grassmuck, […]. Immer mehr Texte, Bilder und Videos sind nur noch einen Klick entfernt. Und dank dem Computer als Universal-Werkzeug könne jeder Laie am Schreibtisch Texte, Musik und Videos erstellen ­ oder eben herunterladen und bearbeiten. Dafür hat sich ein Begriff etabliert, […]: Remix.

Germany’s Next Autoren-Topmodel

Posted in Autorschaft, Kulturindustire by bernd on Februar 21, 2010

Plagiatsfall Helene Hegemann — Germany’s Next Autoren-Topmodel (FAZ)

Oder ob wir hier einfach nur eine teils zusammengeklaute, teil selbst hervorgebrachte Phantasie lesen, die gar kein Individuum zum Autor hat, sondern das Kulturestablishment selber, das sich so ein Wunderkind vorstellt und einer solchen Phantasie eventuell sogar ein tatsächliches Kind zum Opfer bringt.

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Der schrille Sound des Feuilletons

Posted in Autorschaft, Kulturindustire by bernd on Februar 16, 2010

An der Debatte um das Buch “Axolotl Roadkill” von Helene Hegemann ist sehr vieles interessant – bis auf das Buch selbst und die Autorin. Es würde kaum verwundern, wenn der Roman nur veröffentlicht wurde, um den Literaturbetrieb im Land der Dichter und Denker als überdrehten Christkindlmarkt der geldgetriebenen Hysterien zu entlarven. … — digitale linke

Plagiatsdebatte: Die Leihen des jungen W.

Posted in Autorschaft, Kulturindustire by bernd on Februar 16, 2010

Auch du, Goethe: Erfolgreiche Jugendliteratur war schon immer ein bisschen abgeschrieben.

„Mein Werk ist das eines Kollektivwesens, und es trägt den Namen Goethe.“ Dieser Satz ist ein Hammer, zumal er nicht gestern, sondern 1832 geäußert wurde und von einem damals 82-jährigen Autor stammt, der Weltliteratur schrieb. Blickt man mit diesem Satz auf sein meistgelesenes Buch, enthüllt sich schlagartig die ganze Absurdität der aktuellen Plagiatsdebatte um Helene Hegemanns Roman „Axolotl Roadkill“ … — tagesspiegel

(via @derfreitag)

Geheuchelte Remix-Culture

Posted in Autorschaft, Kommentar by bernd on Februar 8, 2010

Gestern ist bei netzpolitik ein kurzer Artikel über Remix, Plagiat und Autorschaft im Bezug auf Hegemanns „Axolotl Roadkill“ erschienen. Gepsickt mit noch größeren Lücken der Medientheorie als ich sie habe und beleidigten Verhalten eines Kleinkindes.

Es wird zwar erwähnt, „dass unsere Kultur aus Diskursen und fragmentarischer Reproduktion besteht“, aber kurz darauf wird (stellvertrend[?] für die Netzkultur) darauf verwiesen wie wichtig und notwendig es sei denUrheber“ oder denAutor“ zu nennen.

Mir stellt sich nun die Frage: Was propagandiert meine Netzkultur denn nun, den freien Umgang mit Kulturgut und die Anerkennung, dass alles was wir schriftlich produzieren (Literatur, Wissenschaft, Mathematik, Programmierung, etc) eine Form des Redens ist und somit jeder Schreiber (ich nenne ihn bewusst nicht Autor) nur auf den Sprach- und Wissensfundus zurück greifen kann, den er sich im Diskus angeeignet hat? Oder das sie im Kern genau so Machtgeil sind wie die Verleger?

Zum Verhältnis von Reden und Schreiben: Der Redner, und so auch der Schreiber, ist also davon abhäng Geistiges Eigentum zu stehlen, sich anzueignen und somit zu seinem persönlichen Geistigen Eigentum zu erklären.

Ich habe erst im letzten Semster (durch einführende Arbeit an wissenschaftliche Aufsätzen) diesen Prozess analystisch verstanden, obwohl mich seit Jahren dieses Denken durch meinen Alltag begleitet hat und ich weiterhin fest daran glaube, dass es sowas wie den Autor schlicht nicht gibt und nie gab oder je geben wird.

Zwei Texte möchte ich daher jener „freiheitsliebenden“ Netzkultur auf den Weg geben, ja ihr die ihr die Freiheit von Informationen predigt und heimlich nachts im Verborgenen auf EURE Autorschaft masturbiert!

  • Roland Barthes: Der Tod des Autors, 1968
  • Michel Foucault: Was ist ein Autor?, 1969
  • (Heinrich Bosse: Autorschaft ist Werkherrschaft. Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit, 1981) [Wieso und Weshalb das Urheberrecht nichts mit dem Autor zu tun hat, sondern eine Durchsetzung von wirtschaftlichen Interessen der Verleger durch die poltische Staatsgewalt war, überall]

Update: FAZ, SpOn, taz

Update 2: direkt hinter meinem trackback

  1. classless
    Feb 8th, 2010 @ 13:39

    Ach, zur Hölle mit Autorenschaft und Urheberrecht und Eitelkeiten und dem Bestreben von Verlagen zu wissen, wem sie den Scheck zustellen sollen! Sich bis zur Unidentifizierbarkeit aus dem eigenen Text zurückziehen! Die Poesie soll von allen gemacht werden, nicht von einem! Woher stammen denn die Wörter, die Grammatik, der Kontext?
    Alles selber ausgedacht? Oder schön referenziert?

    Cut the fuck up!

    http://www.classless.org/remix/

Update 3: @haekelschwein

Nur zur Info: Falls jemand mit meinen Tweets auf der Spiegel-Bestsellerliste landet, ist ruckzuck die Fresse dick! #axolotl